auf dem boden der tatsachen

damit mir während der arbeit nicht allzu langweilig wird hat man mir (weil ich doch kein fenster hab, um den vögeln zuzuschauen) eine andere praktikantin in mein büro gesetzt (oder besser gesagt: ich wurde zu ihrer unterhaltung in ihr büro gesetzt, sie war ja vor mir da). die wollte eigentlich bis ende november mein büro schmücken und war auch bis dahin als lebend-deko gedacht (die pflanze, die mal hier war, die hat uns beide nicht sonderlich lange überlebt). dachte sie zumindest (und ich auch).

ja, ätsch. „dir bleiben noch 15 tage bei uns, es tut mir leid, aber ich konnte da leider auch nichts machen“. mit diesem satz ist sie (mit lichtgeschwindigkeit) auf den nackten boden der tatsachen geknallt. noch immer fehlen mir die worte um meine momentanen gefühlsregungen zu beschreiben. da macht man fast ein jahr lang einen guten job, ist bei allen beliebt, wird gelobt und respektiert, eine fixanstellung wurde in aussicht gestellt. und dann muss man gezwungenermassen einen bauchklatscher hinlegen. einfach so, mir nichts dir nichts, aus heiterem himmel das aus. tja, heute hab ich leider kein foto für dich, es tut mir leid.

natürlich, sie war „praktikantin“ und hatte keinen vertrag, der ihr eine anstellung bis ende november zugesichert hat. aber mit 14-tägigem vorlauf jemanden rausschmeissen? noch dazu in spanien? naja, wegen einer person macht sich ja nicht so viel bei der arbeitslosenrate, ist doch pups. bei so grossen firmen ist man halt doch nur eine nummer, eine kostenstelle, die nach möglichkeit so schnell wie möglich gestrichen wird und an deren existenz man sich nach 2 wochen nicht mehr erinnert. ein kleines rädchen, dessen nichtvorhandensein das grosse rad nicht zum wackeln bringt.

ich bin schockiert. irgendwie sagt man ja immer, ja, so ist das halt in den grossen unternehmen, so sind die manager. und dann passiert es einem selber und man ist perplex ob so viel kaltschnäuzigkeit. übrigens: ich muss morgen früh auch zu meinem chef. ich polster mich mal aus, damit der fall nicht allzu hart wird.

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