aus dem leben eines studenten

so, es ist geschafft: 15.000 wörter, 78 seiten, 1900 zeilen, 1100 absätze, 113 grafiken und 87.00o zeichen später steht dem Bach.Eng.Verpackungstechnik nur noch ein Professor im Weg, der davon überzeugt werden muss, meine irrsinnig gute thesis mit einer spitzennote zu benoten. ich kann nicht mehr viel dazu beitragen, außer das machwerk zu drucken, binden und (pünktlich) abzuschicken. fünf mal das paket küssen und ab geht die reise ins schwabenland. und dann warten. bei der arbeitsgeschwindigkeit meines professors dauert das bestimmt ein weilchen.

ein weilchen, um über die zukunft nachzudenken und meine luftschlösser zu bauen. also, wohin soll die reise gehen? was will ich? wo? boah, ich merke schon, ich hab keinen bock darüber nachzudenken. ich sehr erst mal nur ein großes fragezeichen in meinem kopf. ich würde so gern so viel machen. es gibt so viel, von dem ich noch nicht einmal weiß, dass es das gibt. und so vieles liegt nur bis zu einem gewissen grad in meiner macht. ach, das ist doof. immer wenn was zu ende geht denkt man, so, jetzt fängt das leben an. jetzt geht’s los. das leben schmeißt ein paar konfetti, tröten, ein großer kuchen, eine riesenparty. und vor allem: die große erleuchtung, wie es denn nun weitergehen soll. oder noch besser, das leben schüttelt dir die hand und sagt:

„joa, chica, voll konkret krass, super gemacht, alte! und zur belohnung bekommst du etwas ganz besonderes, voll geilo: deinen traumjob in barcelona mit supernetten arbeitskollegen, einem spannenden aufgabengebiet, fett verantwortung, mordsmäßig cash, 2 monate urlaub im jahr und ein fettes büro mit fenstern (und klimaanlage). und obendrauf gibts noch das haus am tibidabo, eine villa aus der zeit der jahrhundertwende, renoviert, mit türmchen und großem park drumherum, einem pool, traumhafter aussicht über barcelona, ruhig gelegen, privater bibliothek und einer großen gallerie. und weil ich nicht knausrig sein möchte: den traummann gibts noch mit dazu. voll konkret krass, oder?“

und jetzt mal die momentane übersetzung und auf den boden der tatsache: wieder zu mama und papa ziehen, im alten kinderzimmer (mit spielzeugtraktoren und spongebob-bettwäsche) schlafen, jeden abend pünktlich ins bett, 38 stunden woche bei 4 wochen urlaub im jahr, an die hausregeln halten, keine partys und unangekündigten besuche. nicht mehr essen, wann, wie oft und was du willst. vorarlbergerisch statt wunderbarem spanisch. schnee und kälte statt 30 grad am strand.

ich glaub, ich mach erst mal meine thesis fertig, druck die und schick sie ab. dann kann ich mir immer noch gedanken über spongebob bettwäsche machen.

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